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IT- und Technologierecht

Software- und Technologieverträge, Lizenzen, rechtlicher Rahmen digitaler Dienste.

Umfang

Wir beraten Technologieunternehmen, Softwareentwickler, digitale Plattformen und mobile Apps.

Wir entwerfen Softwareentwicklungs- und Technologieverträge. Wir befassen uns mit dem Schutz von Rechten an Software und digitalen Produkten, mit Lizenz- und Nutzungsverhältnissen sowie mit dem rechtlichen Rahmen digitaler Dienste. Technologische Entwicklungen bewerten wir zusammen mit den rechtlichen Anforderungen.

Was wir in diesem Bereich tun

  • Softwareentwicklungs- und Technologiedienstleistungsverträge
  • Lizenz-, SaaS- und Endnutzerverträge
  • Nutzungsbedingungen und Plattformregeln
  • Einhaltung des E-Commerce-Rechts
  • Zugangssperren und Anträge auf Entfernung von Online-Inhalten
  • Elektronische Signatur und elektronische Dokumente
  • Strafanzeigen wegen Computerkriminalität

Häufig gestellte Fragen

Wie kann ich einen im Internet über mich veröffentlichten Inhalt entfernen lassen?

Der erste Schritt ist eine Benachrichtigung an die Person, die den Inhalt veröffentlicht hat, und, wenn dies ohne Ergebnis bleibt, an den Hosting-Anbieter, der den Inhalt bereitstellt; das Gesetz bezeichnet dies als „Hinweisverfahren“ (uyarı yöntemi) (Gesetz zur Regulierung von Veröffentlichungen im Internet und zur Bekämpfung von Straftaten durch solche Veröffentlichungen (İnternet Ortamında Yapılan Yayınların Düzenlenmesi ve Bu Yayınlar Yoluyla İşlenen Suçlarla Mücadele Edilmesi Hakkında Kanun, Nr. 5651) Art. 2 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)). Artikel 9, der bei Verletzung von Persönlichkeitsrechten den Antrag auf Zugangssperre beim Friedensstrafgericht (sulh ceza hâkimliği) regelte, wurde durch eine Entscheidung des Anayasa Mahkemesi (Verfassungsgericht) aufgehoben; die Aufhebung trat am 10. Oktober 2024 in Kraft. Heute kann bei einem Angriff auf Persönlichkeitsrechte beim Zivilgericht die Beendigung des Angriffs und Schadensersatz verlangt werden (Türkisches Zivilgesetzbuch (Türk Medeni Kanunu – TMK, Nr. 4721) Art. 25 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)). Liegen die Voraussetzungen vor, kann während des Verfahrens auch eine einstweilige Verfügung beantragt werden (Zivilprozessgesetz (Hukuk Muhakemeleri Kanunu – HMK, Nr. 6100) Art. 389 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)).

Ich wurde in den sozialen Medien beleidigt. Wie viel Zeit habe ich für einen Strafantrag?

Die Verfolgung der Beleidigung setzt einen Strafantrag voraus, ausgenommen Fälle, in denen sie gegenüber einem Amtsträger wegen seiner Amtsausübung begangen wird (Türkisches Strafgesetzbuch (Türk Ceza Kanunu – TCK, Nr. 5237) Art. 131 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)). Die Antragsfrist beträgt sechs Monate ab dem Tag, an dem Sie von der Tat und der Person des Täters Kenntnis erlangen. Bei der Beleidigung darf diese Frist in keinem Fall zwei Jahre ab dem Tag der Tat überschreiten (TCK Art. 73 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)). Für den Nachweis ist es wichtig, den Link zum Beitrag, einen Screenshot und das Datum aufzubewahren.

Gibt es einen schnellen Weg gegen Inhalte, die meine Privatsphäre verletzen?

Eine Person, die der Auffassung ist, dass ihre Privatsphäre verletzt wurde, kann sich unmittelbar an die Siber Güvenlik Başkanlığı (Präsidium für Cybersicherheit) wenden und die Sperrung des Zugangs zu dem Inhalt verlangen (Gesetz zur Regulierung von Veröffentlichungen im Internet und zur Bekämpfung von Straftaten durch solche Veröffentlichungen (İnternet Ortamında Yapılan Yayınların Düzenlenmesi ve Bu Yayınlar Yoluyla İşlenen Suçlarla Mücadele Edilmesi Hakkında Kanun, Nr. 5651) Art. 9/A (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)). Der Antrag enthält die vollständige Adresse des Inhalts (URL), eine Beschreibung der Verletzung und Angaben zum Nachweis der Identität; unvollständige Anträge werden nicht bearbeitet. Die antragstellende Person legt ihren Antrag innerhalb von 24 Stunden dem Friedensstrafrichter (sulh ceza hâkimi) zur Entscheidung vor. Entscheidet der Richter nicht innerhalb von 48 Stunden, wird die Zugangssperre automatisch aufgehoben.

Auf mein Konto wurde unbefugt zugegriffen oder meine Karte wurde von einer anderen Person verwendet. Ist das eine Straftat?

Das rechtswidrige Eindringen in ein Informationssystem oder das weitere Verbleiben darin ist eine Straftat (Türkisches Strafgesetzbuch (Türk Ceza Kanunu – TCK, Nr. 5237) Art. 243 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)). Die Funktionsfähigkeit des Systems zu stören oder Daten zu löschen, zu verändern oder an einen anderen Ort zu übertragen, ist eine gesonderte Straftat (TCK Art. 244 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)). Auch die Verwendung einer fremden Bank- oder Kreditkarte ohne Zustimmung des Inhabers ist strafbar (TCK Art. 245 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)). In diesen Fällen kann bei der Generalstaatsanwaltschaft (Cumhuriyet başsavcılığı) Strafanzeige erstattet werden.

Ersetzt die elektronische Signatur die handschriftliche Unterschrift?

Eine sichere elektronische Signatur hat dieselbe Rechtswirkung wie eine handschriftliche Unterschrift (Gesetz über elektronische Signaturen (Elektronik İmza Kanunu, Nr. 5070) Art. 5 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)). Rechtsgeschäfte, für die die Gesetze eine amtliche Form oder eine besondere Förmlichkeit vorschreiben, können jedoch nicht mit einer sicheren elektronischen Signatur vorgenommen werden. Unter diese Ausnahme fallen auch Sicherungsverträge, mit Ausnahme von Bankbürgschaften (teminat mektubu) und Kautionsversicherungsscheinen von in der Türkei ansässigen Versicherungsunternehmen. Ordnungsgemäß mit einer sicheren elektronischen Signatur erstellte Daten gelten im Gerichtsverfahren als Urkunde (senet) (Zivilprozessgesetz (Hukuk Muhakemeleri Kanunu – HMK, Nr. 6100) Art. 205 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)).

Ist für den Versand von Kampagnen an Kunden per SMS oder E-Mail eine Einwilligung erforderlich?

Kommerzielle elektronische Nachrichten dürfen an Empfänger nur mit deren vorheriger Einwilligung versandt werden (Gesetz zur Regulierung des elektronischen Handels (Elektronik Ticaretin Düzenlenmesi Hakkında Kanun, Nr. 6563) Art. 6 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)). Die Einwilligung kann schriftlich oder über elektronische Kommunikationsmittel eingeholt werden; an Gewerbetreibende und Kaufleute dürfen Nachrichten ohne vorherige Einwilligung versandt werden. Der Empfänger kann die Nachrichten jederzeit ohne Angabe von Gründen ablehnen (Gesetz zur Regulierung des elektronischen Handels Art. 8 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)). Nach Eingang der Ablehnung wird der Versand innerhalb von drei Arbeitstagen eingestellt.

Welche Angaben muss eine E-Commerce-Website enthalten?

Der verkaufende Diensteanbieter stellt vor Vertragsschluss aktuelle Angaben zu seiner Identität so bereit, dass sie für den Käufer leicht zugänglich sind (Gesetz zur Regulierung des elektronischen Handels (Elektronik Ticaretin Düzenlenmesi Hakkında Kanun, Nr. 6563) Art. 3 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)). Mitzuteilen sind außerdem die technischen Schritte zum Vertragsschluss, ob der Vertragstext gespeichert wird, wie Eingabefehler berichtigt werden können, sowie die Datenschutzregeln. Bevor Zahlungsdaten eingegeben werden, werden die Vertragsbedingungen einschließlich des Gesamtpreises klar angezeigt, und Bestellungen werden unverzüglich bestätigt (Gesetz zur Regulierung des elektronischen Handels Art. 4 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)). Bei Verkäufen an Verbraucher gelten zusätzlich die Informationspflichten des Verbraucherschutzrechts.

Wem steht das Urheberrecht an einer Software zu? Kann Software durch ein Patent geschützt werden?

Computerprogramme gelten nach dem Gesetz als Werke der Wissenschaft und Literatur und sind als Werke geschützt (Gesetz über Geistes- und Kunstwerke (Fikir ve Sanat Eserleri Kanunu – FSEK, Nr. 5846) Art. 2 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)). Die einem Programm zugrunde liegenden Ideen und Grundsätze gelten dagegen nicht als Werke. Die Rechte an Werken, die Arbeitnehmer in Erfüllung ihrer Aufgaben schaffen, werden vom Arbeitgeber ausgeübt, sofern sich aus dem Vertrag oder der Art der Tätigkeit nichts anderes ergibt (FSEK Art. 18 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)). Ein Computerprogramm als solches gilt nicht als patentfähige Erfindung (Gesetz über gewerbliches Eigentum (Sınai Mülkiyet Kanunu – SMK, Nr. 6769) Art. 82 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)).

Wie werden die Rechte in einem Softwareentwicklungsvertrag übertragen?

Der Urheber kann seine Verwertungsrechte zeitlich, räumlich und inhaltlich beschränkt oder unbeschränkt übertragen oder lediglich ein Nutzungsrecht (Lizenz) einräumen (Gesetz über Geistes- und Kunstwerke (Fikir ve Sanat Eserleri Kanunu – FSEK, Nr. 5846) Art. 48 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)). Verträge über Verwertungsrechte bedürfen der Schriftform, und die Rechte, die ihr Gegenstand sind, müssen einzeln aufgeführt werden (FSEK Art. 52 (Amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)). Daher ist es wichtig, Rechte wie Vervielfältigung, Verbreitung und Bearbeitung im Vertrag einzeln zu benennen. Fragen wie die Übergabe des Quellcodes können im Vertrag ebenfalls gesondert geregelt werden.

Die Inhalte dienen nur der allgemeinen Information und sind keine Rechtsberatung. Im Einzelfall beraten Sie Anwältinnen und Anwälte.